14 Tage Alpen

Nachdem unsere geplante Albanientour leidr nichts geworden ist, ist es diesen Sommer soweit! Der Plan mit dem gut gerüsteten Pajero ein wenig in den Alpen zu fahren und zumindest zu versuchen die ein oder andere Offroadstrecke in Angriff zu nehmen.

Dabei rausgekommen sind 14 Tage mit spektakulären Landschaften, ein paar wenigen bekannte Offroadstrecken (vieles in Italien war gesperrt), und vielen kleinen unbekannte Strecken mit viel Spaß, einer enormen Anzahl von Espressos und vielen netten Campingplätzen!!!

Netter Picknikckplatz am Rand der Assietta Kammstraße

2019 Frankreich Italien Tag 1

Tag 1 ist nicht viel passiert (wir fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn …). Rasch über Zürich, Bern und Montreux gen Großer St. Bernhard Pass. Einziges Highlight war die Diskussion bzgl. des Campingplatzes. Volker’s geniale Idee den super bewerteten „Camping Glacier“ anzusteuern erwies sich als recht suboptimale Idee, da selbige in einem Nebental liegt und einen marginalen Umweg von bestimmt 100km auf dem Weg zum Großen St. Bernhard bedeutet hätte. Somit Planänderung mit finalem Beschluss „Camping Grand St. Bernard“ abzusteuern. Selbiger nahezu optimal gelegen, nur wenige Kilometer vor der Abzweigung zur Passtraße über den Pass.

Waren ne Menge Dauercamper und eine relative kleine Campingwiese. Wenige aber super saubere Sanitätanlagen, großartiger Blick in die Alpen und ein wunderschöner Aufenhaltsraum. Also brauchten wir unseren Kocher nicht und haben die Küche vor Ort benutzt.

Abgesehen davon, dass Volker unsere Kaffeekanne nach dem Spülen hat stehen lassen (es war ja auch schon der erste Tag ;=)) war alles nett und friedlich. Allerdings sollte man die Temperaturen auf 1600m nicht überschätzen (4°) und bedenken, dass es sich im Schatten der Berge auch morgens nicht wirklich schnell aufwärmt …

2019 Frankreich Italien Tag 2

Ein beeindruckender aber asphaltierter Pass, eine noch mehr beindruckende kurze Offroadstrecke zum Tete de Crevacol, eine Entäuschung am Lago di Place Moulin und eine Nacht am Fuße des Skilifts Bellecombe mit Blick auf den Mont Blanc in 2200m Höhe.

Die erste Nacht im Dachzelt war wieder gewöhnungsbedürftig, aber sooooooooo gemütlich! Annette hatte die brilliante Idee unserer immerhin 7cm dicken Matratze eine unglaublich bequeme Auflage zu verschaffen.

Der Tag begann KALT! Blauer Himmel, aber die Sonne hat sich leider hinter den Bergen versteckt. Den ersten Kaffe mit kalten Händen genossen, den Tisch versucht in die Sonne zu rücken und gewartet. Um 10:00 wunderschöner Sonnenschein, Wärme und das beste Schweizer Croissant das wir bisher in diesem Urlaub hatten, gefolgt von ungefähr einem Kilo Baquette.

Aubruch um 11:00 und rasch über den Grand St. Bernhard gefahren. Nett, aber nicht spektakulär. Auf dem Pass (zu) reges Treiben. Wir sind nach 2 Minuten geflüchtet und haben uns eine einsame Offroadstrecke durch ein Skigebiet hoch zum Tete de Crevacol gesucht. War nicht leicht zu finden, aber der an Bord befindliche Navigator hat es gemanaged! Wir haben den Einstieg gefunden und sind hoch auf 2500m. Erster Blick oben fiel auf einen Ford Ranger, der sich auch hochgequält hatte. Ansonten ein kleiner Teich und nach weiteren 100 Höhenmeter per Pedes eine zumindest für den ersten Tag in den Alpen wahnsinnige Aussicht und eine kleine Schutzhütte auf 2610m.

In fast 30-jährigen Erinnerungen schwelgend sind wir anschließend zum Lago di Place Moulin gefahren. Leider hat sich der, zumindest in unserer Erinnerung, idylische Ort in den letzten 30 Jahren in ein touristich völlig überlaufendes Gebiet gewandelt – FLUCHT! Vor lauter Schreck haben wir leider komplett vergessen per Photo die Situation zu dokumentieren.

Weiter gen Frankreich über den Petite St. Bernhard Pass. Wir sind etwas spät dran und müssen leider feststellen, dass alle netten Plätze auf dem Pass bereits von Wohnmobilen besetzt sind. Aber auch hier findet sich eine Lösung in Form einer kleiner Schotterpiste kurz hinter dem Pass, die direkt in das lokale Skigebiet führt. Komplette Einsamkeit am Fuß eines Schleppliftes mit direktem Blick auf den Mont Blanc. Den Pjero geparkt, Kocher raus und unser Campingsofa in Stellung gebracht.

Die Ruhe war dann doch nicht so ganz perfekt. Um 20:30 kamen noch rasch zwei Offroader vorbei. Morgens um 4:30 wurden wir von einem Traktor mit einem Anhänger voll mit leeren Milchkannen doch recht unsanft aus dem Schlaf gerissen. Da hat die Truppe Buarbeiter, die 500m entfernt neue Strommasten installiert kaum noch gestört. Trotzdem, Dinner auf dem Campingsofa mit Blick auf den Mont Blanc war schon Klasse und jedes Hochschrecken mitten in der Nacht wert!!!!!

Route Tag 2